scritto niente da giovedì (2026)
365 cm x 45 cm
and always a kennel this tongue is bearing
witness



making off a poem (2023 – 2025) is both: an assemblage and a demontage.
it is the closest translation of form for the book that I wanted to write. that has been written like this. on walls.
in different rooms with different humidity or light (infall). the becoming of something yet always endangered by mould.
under the urgency to condense, to summarize, to frame it, to fix it, like – I thought – only a cover could,
I then came to terms with what ‚disperdere‘ in italian means: to dissipate, to waste, but also: to dry.

































































































































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sind wir
die tauben der anthropoden
zarte raubtiere zwischen blumen
die die das schöne essen und wir aas allesfresser nenn uns tiger
nennst uns plage stattdessen
kratzt die nester aus den nischen fuchtelst mit giebeln ein haus im einsturz
ist das klima rettest nur ausgewählte so war das immer
zb dein Protegé , die biene
schlag viel schneller mit den flügeln bin ventillator für mücken
willst auch die nicht misst womit
unsere taille an dir ab?
verwechselst uns mit softguns
sind aber viel subtiler, haben sanduhren als körper
( )
usw
(haben sprache im speichel)
(kannst den mund uns also zuhalten können trotzdem
reden)
(können trotzdem
eine widmung
(Auszug)

(auszug)
do you like rococo?
no.
du schreibst mir bist du zuhause genau als ich abfliege.
ich denke diese balkone als fortsetzung des südens. irgendeines südens
als würde da, wo die sonne in diesem winkel einfällt
alles gleich wachsen
die körper die oliven die tumore
und alles gleich trocknen
die leintücher die augen die felder.
ich wache auf wie eine frau die die glastür ihres lokals putzt,
mit dem gestotter von tauben.
argiris erzählt mir von den schwierigen schulen, die
in denen die roma kinder waffen haben, aber keine farben.
er erzählt mir von molotowcocktails auf den klos und großdemos, die
des schülers der vor fünfzehn jahren von der polizei erschossen wurde,
ich komme genau da an, als der verkehr in der ganzen stadt lahmgelegt ist.
giacomo ist jetzt maurer. er wohnt in einem studio ohne strom.
mi dispiace per il faro sagt er und leuchtet mir ins gesicht.
erst später denke ich dass ich ihn ständig ansah ohne ihn jemals zu sehen.
dass die stirnlampe aus ihm einen leuchtturm machte der mir nur zeigte
wie weit ich vom ufer entfernt bin.
das atelier ist eine ehemalige bar, im keller stehen noch die illegalen spielautomaten
und der deckenventilator dreht sich nur, wenn der wind durch die kaputten fenster zieht
giacomo sagt, ein haus baut man, wie man es begeht.
ich sage, das ist das offensichtlichste, das ich jemals gehört habe.
er zuckt mit den schultern.
keine ihrer skulpturen ist fertig.
sie stehen mit offenen mündern und ohne arme wie ich mir heilige vorstelle.
der himmel sieht bedrückt richtung akropolis, man kann sie nur erahnen
wolken als hätte man
gipsabdrücke von der luft gemacht.
ich hätte vor stunden, vor wochen hier schon ankommen sollen.
draußen schummelt die landschaft einen sommer, ich denke
der abend ist überhaupt nichts was den tag zusammenfaltet ganz im gegenteil
als würde jemand seinen warmen dreckigen finger ein feld drücken
und es umwühlen.
in der ubahn starre ich auf diese winzig weiße plakette über den köpfen und versuche
mit der karte das alphabet zu lernen.
ein n ist hier ein e und ein e ist ein r und ein r gibt es als graphisches zeichen nicht.
ich spreche alles falsch aus und halte nirgends.
petralos petralos als wäre mein ort eigentlich einer den ich zwischen phonetik und schriftbild dauernd verpasse
ich muss zurückfahren.
im vorwort zum programm vom filmfestival thessaloniki steht
jedes schreiben ist ein adressieren
ich denke daran, was argiris mir am meer in italien erzählt hat
es war spätsommer und die körper der anderen beweise dafür
nur ich saß im handtuch wie in einem kokon
kann man auch einfach nicht schlüpfen
giacomo pokerte mit muscheln und argiris sagte
unser perfektes publikum sind die die wir lieben
ich streiche alles durch
sind ganz sicher nicht die die wir lieben
das papier reißt. worte die nie ankommen, sonne die mich trifft.
mandarinen hängen da und dort in bäumen, man kann sie nicht essen
und die katzen haben immer schnupfen. sie liegen wie nasse wäsche
auf und unter und um motorrädern im parkverbot.
im winter gibt es hier noch fliegen. ich zähle sie in der küche
während alle anderen arbeiten.
die bibliothek von argiris ist voll mit politischen büchern
am kühlschrank die karte, sie ist aus italien ich erkenne sie wieder
eine front aus frauen in schürzen, sie stellt sich polizisten in schusswesten.
ich mache jeden vormittag dasselbe, der sonne beim verstecken zusehen
die direkte demokratie.
jeder tag ist hier aufstand. bei drei euro stundenlohn hetzen alle
von einem job zum nächsten und manchmal geht ein mann in anzug über die straße.
ich wasche mir den angstschweiß ab.
das griechische wort für danke, ich merke es mir nie
es hat einen bruch gleich nach der ersten silbe.
von oben ist alles stadtstrand. das meer, als hätte es was zurücknehmen wollen
und nur diese winzigen häuser übrig gelassen
sammelt sich da ganz hinten in der kehle.
ein stottern aus muscheln müll und armut dazwischen
diese eckig geschwärzten dachterrassen
als hätten sie vom ewigen sonnenbrand eine mahnung bekommen.
ich stehe versehentlich auf das gefängnis von sokrates, hier sind alle orte so
fehltritte in die geschichte.
elstern picken um ein verlassenes observatorium. athen und seine sieben hügel
verwechsle
sehenswürdigkeiten wie nachnamen.
alle orte an denen ich jemals war behaupten
dass nichts an sie anschließt. als gäbe es kein davor und kein danach
giacomo sagt, die gegenwart ist so.
in einer der fichten? was hat der trockene süden für bäume, fichten?
verfängt sich ein drachen. es riecht stränden an denen man als kind mal war
in der ferne, die akropolis im baugerüst.
um sie herum diese winzigen punkte, egal wohin ich sehe
menschen wie störungen in der lichtquelle.
der intensive geruch von trockener erde und pinien, pinien!
und immer wieder säulenteile auf den weg geworfen wie kiesel.
riesen aloeveras diese offenen hände,
schrumplig. ich kann dich nicht überreden.
kann nur durch diese straßen gehen und was ich für richtig halte trotzdem lieben
antwortlos weiter reden und all diese unverhältnismäßigkeiten.
STOP YELLING LIKE A NEEDY CHILD schreit wer sein kind an.
die weihnachtsdekoration knirscht im wind lametta hängt
von wäscheleinen, bei achtzehngrad im schatten
ich vergesse wasser zu trinken.
an den kiosken schütteln sie den kopf. ich zeige auf den spitz
von der asphaltkurve die im wasser abbricht. ich will nichts tsunamigesichertes noch touristen sage ich.
sie sehen mich an.
entlang der mauer an der rückseite eines haubenlokals
die fritteuse der küche drückt durch die fenster warmen nebel
vermesse ich abstände.
mache wie messerwerfer, umrisse.
ich bin geworden wie du, suchen an allen orten ihr abseits.
denke, einsamkeit ist gar kein mangelzustand sondern überfülle.
was sie schwer macht ist freude, und nicht zu wissen wohin damit.
verliebe mich also in wände.
giacomo sagt, er sei von argiris aufgenommen worden wie ein verletzter
vogel. ich weiß nicht mehr, ob er tatsächlich vogel sagte.
und manchmal denke ich die einsamkeit so:
dieses offene fenster wo der wind mit dem vorhang spielt.
am morgen knipse ich die lichterkette des plastikbaums an.
auf die einzige postkarte die ich kaufe schreibe ich
und wenn ich einsam bin fahre ich motorrad
ich will dich nicht erwähnen, wer wärst du überhaupt?
bist du in indien berühmt geworden?
lebst du in einem loft zwischen koffern und ohne löffel?
heterotopien lerne ich, sind orte in orten, solche
die man sich als kind bei regen unter küchentischen einrichtet.
ich verpasse meinen flug. den dritten in diesem jahr.
ich weiß bis zum sommer schimmeln all diese blätter
(2024)
essayfilm
5’4“
OmU italian / german
The Via Carriona Colonnata 2 is a historic adress. Part of the former marble railway, then home to the Ponte di Ferro, sculptor’s studio and atopos.
a loveletter.








prototypes of destruction is a series of works that emerged from process while exhibiting their own, moving between preparation and rejection.

maniera
(2024)
poetry film
2’47“
OmU italian / english
poem by erri de luca, recited fragmentarily.
but over and over to come to an end.
or how does one say goodbye?
with gestures that flee when they grab.







grief
(2024)
collection of ruined poetry
86 pages
A5
My most honest poem last year was a tissue. When my words became limp handshakes, it had less to do with my words than with what they were shaking hands with.
grief is precise in its expression but verbally numb. Mourning, the page becomes a fraud. Pretending to give surface to something that constantly neglects it, that per se means: heavy, burden or engraving.
A linguistic failure thus becomes a material process, a spatial transition. And the debris it produces: simultaneous sensations of screaming and muting. imprints found pages later, asking: can a word become a rupture? How long till it ends? depending on the thickness of the paper and the emphasis of the hand. echoing: what here is of weight? Is language bound to its recipient or to its speaker? When does writing become a non verbal gesture? Are these white flags? Or a body of language? Can you read me?
There is nothing on them said the copy lady. maybe with eyes closed.








what a waste of paper
for that I know these words won’t cover
anything, any skin, are a faux fur
worn in summer.
so let me start like this, with the premise
of the unnecessary.
the absolute decoration
the unaccessible accessory
the diamonds in the safe the marble body
in the sun. like cockroaches
they’d survive an atomic war.
luxury is a paradox.
polish till the light breaks.
not much has been written about it.
byung chul han writes:
it’s an attribute of the feast
anti-efficiency, unproductivity
the opposition of labour.
such clean hands,
he says
not war but the feast was constitutive for culture.
not weapons but jewels!
the useless.
the extra.
the irrelevant detail
peaceful
like a surface
things
that have no other function
than to exist. in that case
anti-objects
freed from any purpose
to serve.
but what does the rotten have to say about this?
the old unplugged telephone, the elevator out of service
what then does distinguish
the damaged or ruined or broken
from the glamorous?
when both
like me and my depression
do nothing
but senselessly exist
what a waste
the highest form of denial
or is it
a poetic endeavor?
a ready-made rebellion?
you can’t use me
if anything
a refusal to consumerism?
I’ll use you.
as I said, luxury is a paradox.
welcome to hell, this air conditioned
underground paradise.
leave your sins at the entrance
and let the bellboy sacrifice, yes
it is a gated community
and the price is as high as the fence.
but when you die here
it will be perfect.
you won’t shit into your pants.
(it would ruin them)
I want to call it a post something
post dramatic post capitalistic post apocalyptic posthuman
phenomenon.
a prosthesis of being
half brand quarter flesh give me injections of
golden caviar and chemical cells I cant pronounce
youth with all my muscles frozen.
language, a sedated smile
when it says RANA PLAZA as if
it was a high class hotel
and not a death bed in bangladesh.
a sip of serum for 700 dollars is called la prairie and I imagine
a western cyborg saddle
a rocket, to then colonize space
or who sings
e se cade il mondo allora ci spostiamo
what a waste of paper
the financial times
has a weekend edition in finest glossy print
called HOW TO SPEND IT
it lay on Gaddafis kitchen table.
I see my brother reading it on holidays.
He throws it away before I can get a glimpse.
not much has been written about luxury.
When he spends my rent for dinner my nephew quotes
no risk no bugatti and when he rolls his eyes
I can hear the engine purr impatiently.
he adds
artificial dirt costs extra
referring to the new super star sneaker
luxury is the dadaism of possession
as someone said I don’t remember.
I need
more paper.
the editor recently
changed how to spend it to an acronym, because
you know, in times like these
though that’s not what she said.
because war after war
though that’s not what she said.
because
the relationship between the luxury economy, world trade and slavery
between exploitation and accumulation
because the climate crisis
though that’s not what she said.
with the inflation and the stock market
and you know
the wealthy cry pearls.
now I am pret-a-pleurer.
empathy
a multibillion-dollar industry
it’s so easy
to charter a feeling.
and so hard
to steer a yacht.
I really need
a plastic surgery for my heart
this old handbag
can’t carry anything anymore.
Lets count the crocodiles instead
on the 50 hectar farm of hermes
they don’t have a lot of space.
but well
living is a luxury.
this gloomy forecast
is also a roomspray
you can buy it on amazon really cheap.
I fathom it might scent of
oil.
not much has been written about luxury.
I find an article behind a paywall I can't afford
so I read the excerpt and appendix instead.
exclusivity, only one source interests me.
le luxe de l'absence.
And of course
what distinguishes it from ostentation or splendour,
people don't talk about it.
it’s the fur lining and not the cover.
worn in a desert.
sweat
makes all things shimmer
such a waste of paper.