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sind wir

die tauben der anthropoden

zarte raubtiere zwischen blumen

die die das schöne essen und wir aas allesfresser nenn uns tiger
nennst uns plage stattdessen

kratzt die nester aus den nischen fuchtelst mit giebeln ein haus im einsturz
ist das klima rettest nur ausgewählte so war das immer

zb dein Protegé , die biene

schlag viel schneller mit den flügeln bin ventillator für mücken
willst auch die nicht misst womit

unsere taille an dir ab?

verwechselst uns mit softguns
sind aber viel subtiler, haben sanduhren als körper

( )

usw


(haben sprache im speichel)
(kannst den mund uns also zuhalten können trotzdem
reden)
(können trotzdem



eine widmung

(Auszug)




(auszug)


do you like rococo?
no.


du schreibst mir bist du zuhause genau als ich abfliege.

ich denke diese balkone als fortsetzung des südens. irgendeines südens
als würde da, wo die sonne in diesem winkel einfällt
alles gleich wachsen
die körper die oliven die tumore
und alles gleich trocknen
die leintücher die augen die felder.
ich wache auf wie eine frau die die glastür ihres lokals putzt,
mit dem gestotter von tauben.
argiris erzählt mir von den schwierigen schulen, die
in denen die roma kinder waffen haben, aber keine farben.
er erzählt mir von molotowcocktails auf den klos und großdemos, die
des schülers der vor fünfzehn jahren von der polizei erschossen wurde,
ich komme genau da an, als der verkehr in der ganzen stadt lahmgelegt ist.
giacomo ist jetzt maurer. er wohnt in einem studio ohne strom.
mi dispiace per il faro sagt er und leuchtet mir ins gesicht.
erst später denke ich dass ich ihn ständig ansah ohne ihn jemals zu sehen.
dass die stirnlampe aus ihm einen leuchtturm machte der mir nur zeigte
wie weit ich vom ufer entfernt bin.
das atelier ist eine ehemalige bar, im keller stehen noch die illegalen spielautomaten
und der deckenventilator dreht sich nur, wenn der wind durch die kaputten fenster zieht
giacomo sagt, ein haus baut man, wie man es begeht.
ich sage, das ist das offensichtlichste, das ich jemals gehört habe.
er zuckt mit den schultern.
keine ihrer skulpturen ist fertig.
sie stehen mit offenen mündern und ohne arme wie ich mir heilige vorstelle.
der himmel sieht bedrückt richtung akropolis, man kann sie nur erahnen
wolken als hätte man
gipsabdrücke von der luft gemacht.
ich hätte vor stunden, vor wochen hier schon ankommen sollen.
draußen schummelt die landschaft einen sommer, ich denke
der abend ist überhaupt nichts was den tag zusammenfaltet ganz im gegenteil
als würde jemand seinen warmen dreckigen finger ein feld drücken
und es umwühlen.

in der ubahn starre ich auf diese winzig weiße plakette über den köpfen und versuche
mit der karte das alphabet zu lernen.
ein n ist hier ein e und ein e ist ein r und ein r gibt es als graphisches zeichen nicht.
ich spreche alles falsch aus und halte nirgends.
petralos petralos als wäre mein ort eigentlich einer den ich zwischen phonetik und schriftbild dauernd verpasse
ich muss zurückfahren.
im vorwort zum programm vom filmfestival thessaloniki steht
jedes schreiben ist ein adressieren
ich denke daran, was argiris mir am meer in italien erzählt hat
es war spätsommer und die körper der anderen beweise dafür
nur ich saß im handtuch wie in einem kokon
kann man auch einfach nicht schlüpfen
giacomo pokerte mit muscheln und argiris sagte
unser perfektes publikum sind die die wir lieben
ich streiche alles durch
sind ganz sicher nicht die die wir lieben
das papier reißt. worte die nie ankommen, sonne die mich trifft.

mandarinen hängen da und dort in bäumen, man kann sie nicht essen
und die katzen haben immer schnupfen. sie liegen wie nasse wäsche
auf und unter und um motorrädern im parkverbot.
im winter gibt es hier noch fliegen. ich zähle sie in der küche
während alle anderen arbeiten.
die bibliothek von argiris ist voll mit politischen büchern
am kühlschrank die karte, sie ist aus italien ich erkenne sie wieder
eine front aus frauen in schürzen, sie stellt sich polizisten in schusswesten.
ich mache jeden vormittag dasselbe, der sonne beim verstecken zusehen
die direkte demokratie.
jeder tag ist hier aufstand. bei drei euro stundenlohn hetzen alle
von einem job zum nächsten und manchmal geht ein mann in anzug über die straße.
ich wasche mir den angstschweiß ab.
das griechische wort für danke, ich merke es mir nie
es hat einen bruch gleich nach der ersten silbe.

von oben ist alles stadtstrand. das meer, als hätte es was zurücknehmen wollen
und nur diese winzigen häuser übrig gelassen
sammelt sich da ganz hinten in der kehle.
ein stottern aus muscheln müll und armut dazwischen
diese eckig geschwärzten dachterrassen
als hätten sie vom ewigen sonnenbrand eine mahnung bekommen.
ich stehe versehentlich auf das gefängnis von sokrates, hier sind alle orte so
fehltritte in die geschichte.
elstern picken um ein verlassenes observatorium. athen und seine sieben hügel
verwechsle
sehenswürdigkeiten wie nachnamen.
alle orte an denen ich jemals war behaupten
dass nichts an sie anschließt. als gäbe es kein davor und kein danach
giacomo sagt, die gegenwart ist so.
in einer der fichten? was hat der trockene süden für bäume, fichten?
verfängt sich ein drachen. es riecht stränden an denen man als kind mal war
in der ferne, die akropolis im baugerüst.
um sie herum diese winzigen punkte, egal wohin ich sehe
menschen wie störungen in der lichtquelle.
der intensive geruch von trockener erde und pinien, pinien!
und immer wieder säulenteile auf den weg geworfen wie kiesel.
riesen aloeveras diese offenen hände,
schrumplig. ich kann dich nicht überreden.
kann nur durch diese straßen gehen und was ich für richtig halte trotzdem lieben
antwortlos weiter reden und all diese unverhältnismäßigkeiten.
STOP YELLING LIKE A NEEDY CHILD schreit wer sein kind an.
die weihnachtsdekoration knirscht im wind lametta hängt
von wäscheleinen, bei achtzehngrad im schatten
ich vergesse wasser zu trinken.

an den kiosken schütteln sie den kopf. ich zeige auf den spitz
von der asphaltkurve die im wasser abbricht. ich will nichts tsunamigesichertes noch touristen sage ich.
sie sehen mich an.
entlang der mauer an der rückseite eines haubenlokals
die fritteuse der küche drückt durch die fenster warmen nebel
vermesse ich abstände.
mache wie messerwerfer, umrisse.
ich bin geworden wie du, suchen an allen orten ihr abseits.
denke, einsamkeit ist gar kein mangelzustand sondern überfülle.
was sie schwer macht ist freude, und nicht zu wissen wohin damit.
verliebe mich also in wände.
giacomo sagt, er sei von argiris aufgenommen worden wie ein verletzter
vogel. ich weiß nicht mehr, ob er tatsächlich vogel sagte.
und manchmal denke ich die einsamkeit so:
dieses offene fenster wo der wind mit dem vorhang spielt.
am morgen knipse ich die lichterkette des plastikbaums an.
auf die einzige postkarte die ich kaufe schreibe ich
und wenn ich einsam bin fahre ich motorrad
ich will dich nicht erwähnen, wer wärst du überhaupt?
bist du in indien berühmt geworden?
lebst du in einem loft zwischen koffern und ohne löffel?
heterotopien lerne ich, sind orte in orten, solche
die man sich als kind bei regen unter küchentischen einrichtet.
ich verpasse meinen flug. den dritten in diesem jahr.





















what a waste of paper



for that I know these words won’t cover
anything, any skin, are a faux fur
worn in summer.
so let me start like this, with the premise
of the unnecessary.

the absolute decoration
the unaccessible accessory

the diamonds in the safe the marble body
in the sun. like cockroaches
they’d survive an atomic war.

luxury is a paradox.
polish till the light breaks.

not much has been written about it.
byung chul han writes:
it’s an attribute of the feast
anti-efficiency, unproductivity
the opposition of labour.
such clean hands,
he says
not war but the feast was constitutive for culture.
not weapons but jewels!

the useless.
the extra.
the irrelevant detail
peaceful
like a surface

things
that have no other function
than to exist. in that case
anti-objects
freed from any purpose
to serve.
but what does the rotten have to say about this?
the old unplugged telephone, the elevator out of service
what then does distinguish
the damaged or ruined or broken
from the glamorous?
when both
like me and my depression
do nothing
but senselessly exist

what a waste
the highest form of denial

or is it
a poetic endeavor?
a ready-made rebellion?
you can’t use me
if anything
a refusal to consumerism?

I’ll use you.

as I said, luxury is a paradox.
welcome to hell, this air conditioned
underground paradise.
leave your sins at the entrance
and let the bellboy sacrifice, yes
it is a gated community
and the price is as high as the fence.
but when you die here
it will be perfect.
you won’t shit into your pants.
(it would ruin them)

I want to call it a post something
post dramatic post capitalistic post apocalyptic posthuman
phenomenon.
a prosthesis of being
half brand quarter flesh give me injections of
golden caviar and chemical cells I cant pronounce
youth with all my muscles frozen.

language, a sedated smile
when it says RANA PLAZA as if
it was a high class hotel
and not a death bed in bangladesh.

a sip of serum for 700 dollars is called la prairie and I imagine
a western cyborg saddle
a rocket, to then colonize space
or who sings
e se cade il mondo allora ci spostiamo


what a waste of paper
the financial times


has a weekend edition in finest glossy print
called HOW TO SPEND IT
it lay on Gaddafis kitchen table.
I see my brother reading it on holidays.
He throws it away before I can get a glimpse.
not much has been written about luxury.
When he spends my rent for dinner my nephew quotes
no risk no bugatti and when he rolls his eyes
I can hear the engine purr impatiently.
he adds
artificial dirt costs extra
referring to the new super star sneaker

luxury is the dadaism of possession
as someone said I don’t remember.

I need
more paper.

the editor recently
changed how to spend it to an acronym, because
you know, in times like these
though that’s not what she said.
because war after war
though that’s not what she said.
because
the relationship between the luxury economy, world trade and slavery
between exploitation and accumulation
because the climate crisis
though that’s not what she said.
with the inflation and the stock market
and you know

the wealthy cry pearls.

now I am pret-a-pleurer.

empathy
a multibillion-dollar industry
it’s so easy
to charter a feeling.
and so hard
to steer a yacht.


I really need
a plastic surgery for my heart
this old handbag
can’t carry anything anymore.

Lets count the crocodiles instead
on the 50 hectar farm of hermes
they don’t have a lot of space.
but well
living is a luxury.
this gloomy forecast
is also a roomspray
you can buy it on amazon really cheap.
I fathom it might scent of
oil.


not much has been written about luxury.
I find an article behind a paywall I can't afford
so I read the excerpt and appendix instead.
exclusivity, only one source interests me.
le luxe de l'absence.
And of course
what distinguishes it from ostentation or splendour,
people don't talk about it.
it’s the fur lining and not the cover.


worn in a desert.



sweat
makes all things shimmer







such a waste of paper.


how to touch a sound


last night i really listened to you breathing between the words1






sich fremdsprechen
(absences assenza ohne sinn absinth)


lallen lala la lala (la nonna lava la nonna)2

(bindestriche sind eigentlich trennungen)
wie licht fällt, ständig runter
la voce rotta

ich schlag zhart drauf

trading sunsets for accidents


you cannot live in a feeling
you cannot abandon yourself for the desert

(you need another goal than to dissolve)
how you move
away
(hai mai
chiesto perché la sabbia non vola via?)
trying to hold or keep
a death far
distances ignorant to ends
how you stand like this
wind

google how to get over
über
setze
wie zu dir rüber
krpr mch plvr s mr stb
vögel, die kündigen


faltet löcher
tunke meer ins papier
setze das falsche r
richtig call me
guilt. mould eating
structure a touch
only a reminder of
wo du mich losgelassen hast
etc


ziehe katastrophen aus. nackt sind sie weniger einschüchternd

replacing one thought five years a breath
held i can’t
TFKCTtgfrdxBB
hostage i can’t dream anymore
my body sounds like a closing door
(it’s only fair) stop stop
i tell myself

only goodbyes
nie ciao gesagt
im hintergrund das summen meiner mutter. habe angst mich umzudrehen
und den weg zu sehen der abgefallen ist, ende, das ich nie für eines hielt.
in mir stirbt, ich schüttle es es bewegt sich nur noch, wenn ich es schüttle.
(consapevole)
your hands the exact size of my lungs
colliding planes with butterflies crossed out breath i can’t
feel my feet anymore stop where you were
nur noch papier
das im wind wellt als ein zug durchfährt

kann nicht glauben, dass menschen sowas mit sich herumtragen
tragödien wie hüte haben

an offenen fenstern ein gesicht auswehen
wringen ein jahr intera

ero sbagliata
test
korrigierst mich mit lieb
test dieses loch trotz
trotzdem

suche sprache für das, das genau das
(dieses das mir da im hals steckt honig sechs kinder eine liste brennender häuser)

your atlas arms where i was only weight
carrying suns errors everything
the why in wyoming

sonne funktioniert nicht mehr. tönt kein bisschen dieses blinde eck
löschpapier:
chewing thumbtacks calling it language
a feeling of trains passing by
and by and bye bye

nmuscheln
und ich dachte wir könnten meere halten als pools


züchte wüsten
über brüche
(ich dachte man könnte sie ausreissen wie pflanzen aber das ist wie himmel bürsten von der falschen seite her gedacht) dieses sein aus schluchten
in ihnen stehen cowboys die weinen sie dürfen. und ich kratze wolken
bis sie zerfallen spreche als tiefgarage staple lautsprecher vor taube
gefühle. klarsicht abhängigkeit angst ein tankwart rennt den leben hinterher die hätten nicht bezahlt haben gelebt werden können dieses eine auto mit offenen türen heizt motor sinnlos und ich den führerschein nicht
bestanden

es ist das schönste wetter.
ich behandle liebeskummer mit candeggina3

das ende der neapolitanischen doku schau ich stumm
in welcher sprache
conceal withhold hide
saying already too much
tacere was ein auslassen meint
aus einem käfig

did you know all things buried
die but a seed language is no busride standing on hitchhike whatever truck can’t carry this weight es wiegt wale

  1. was auf der straße liegen blieb und ich einsammelte viel zu spät, das angefahrene tier in der nacht unidentifizierbar nach jeder dritten kurve fällt das netz aus dann das radio nur noch meine stimme wie sie mitsingt schief ↩︎
  2. badioto, ladinisch ↩︎
  3. simultan
    gleichzeitiges in anderen ländern zu halten, alles auf einmal von wohnzimmer und bad in die küche zum abwasch zu tragen, es fällt immer irgendwas runter. letztens hab ich den aschenbecher umgekippt beim putzen (alles) ↩︎

01

sie bauten mir eine Halfpipe im Hirn, tricklos rollten die Dinge wie ein Yoyo sich zog, als Kran hinter Glas der Plüsch krallt, dann fallen lässt ich fiel, ständig darauf rein

02 

was, was Karges. Beton geklatscht über opulente Zentren, ein Kursalon in Alptraumarchitektur, die Autobahn fährt über mir. Ich kann sie hupen hören und fluchen, das Kreuz machen danach, das Streifen des Fingers der Stirn, Scheinwerfer zerren ganze Geister durch mich, ein einknickender Stahlträger und wie die, die Schwalben krachen, sich der Reihe nach ans Fenster schmieren, habe alles probiert. Mit falschen Blumen einen Ausblick von Innen als Begrenzung gemalt, als Unterscheidung, hier ist Raum und da hört er auf, Oberflächen, die ein Ende haben: alle. Ich kann nichts genießen wenn ich weiß, jede Zeit ist nur Vorlauf. La Fuga, die Flucht eine Fuge nicht flügge. Projektionen die einer anderen Logik folgen, werfe den Beamer an er zittert Fantasien zerrt mein Hirn hinterher. Die Umgebung diktiert mir, la Fuga, fügig. Ich bin nur das Fotopapier

03

hänge Gänge mit zahnlosen Gesichtern zu, der Mund meiner Mutter, eine Ruine ihr Schloss. Beleere Zimmer mit Jugendfantasien, wie Hitze in den Schnee gestellt. Durchsuche Schutt und immer wieder dieselbe Erinnerung, wird kleiner je öfter ich sie denke, lege sie im Safe ein, den Ansatz mit Wimperntusche überdeckt weiß nie jemand, welche Haarfarbe wirklich darunter wächst

04

Deine Haut schuppt nicht mehr du riechst nach Metall und Babypuder. Flecken im Meer, die ich für Inseln hielt, Tropfen auf der Scheibe als der Wind sie verzog beim Sturz umbog zu Flüssen. Sie rinnen ab unter Erstarrtem, ein Langstreckenflug nach dem anderen. Wie die Witterung einen Lippenstift über den Himmel führt, wenn du eine Landschaft wärst, sagt die zwölfte Therapeutin. Eine Großstadt im Kopf hinterm Smog

05

mein Kortex ist Korsett geworden überlege mir, Minen. schlagen Tiefgaragen ins Gesicht.

09

die Angst als Ramsch und Kopien von einem echten Gefühl das ohne Namen, nicht ausgerufen werden kann, eine Sehenswürdigkeit zum Mitnehmen aber wie baut man auch, von Nichts eine Miniatur. mache Listen aus Spalten versuche, akribisch genau festzuhalten wer wem wieviel von sich gegeben hat. Stimmungen zb. gestern, ein abgebrochener Sonnenuntergang, den sie mir ständig ins Fenster fotografieren, Hotel high up und ich komm nicht runter, mein Vater wartet im Schatten auf ein Leben das vorbei ist, irgendwann, werde ich unsere Urnen in Sanduhren einfüllen

11

Die gebügelte Wäsche bei der Affäre ich schlage mir Kopfweh und alle fallen aus dem Zug, ob ich mal gefallen bin, fragt die dreizehnte Therapeutin. Hinterm Aug staut sich, links hinterm Aug

12






(Auszug)










Sein Kiefer knackte im Rhythmus mit der Glühbirne die flackerte über den Kellnerinnen die ihn jedes Mal mit einem anderen Namen ansprachen Er hatte sich noch nie vorgestellt in dieser Bar wo man rauchen durfte was wichtig war rauchte er rote Gauloises die vor kurzem noch in Frankreich produziert worden waren was wichtig war ungefähr 23 an einem Abend an diesem die Vierzehnte äschert er ab neben den Aschenbecher ins Bierglas hinein und muss über sich selbst lachen wie die Frauen an ihm vorbeigingen sich an den anderen Tisch setzten zu ihm nur die etwas Älteren die dachten er wäre ihre Alterskohorte wie er aussah mit den Falten in der Stirn die ihm schon in den Haaransatz wuchs was man nicht sehen konnte unter seinem Hut den er tief hineinzog ins Gesicht und was man nicht sehen konnte im Gesicht
Drei Sätze aus einem Buch als einziges zu Ende gelesen die alle das Selbe sagten sowas ganz Banales unterstrichen fielen ihm ein und warum er nur gelb trug wieder was half obwohl sie ihm das nicht gesagt haben damals wie er ausgehen hat wusste er nicht mehr Es war ja dunkel
Jetzt im Hellen der Glühbirne das Flimmern beendet wenn er lachte nur noch das feine Zucken in den Falten die sich gegen ihre Richtung sträubten in einer Andeutung mit der er zur Kellnerin sagte Noch ein Bier bitte und dabei lächelte aus dem Bauch raus als hätte er nie was anderes gemacht mit den Frauen die er liebte nämlich alle mit den Händen aber ganz vorsichtig nur mit dem Herzen für das er eigentlich einen Bypass gebraucht hätte und kam zur Fünfzehnten
Für die anderen Wann kommen die endlich dachte er laut und dass er so aussehen musste wie sein Vater abends in seiner Bar der alleine trank nach seinem ersten Schlaganfall weniger und bestellte sich deshalb lieber noch einen Espresso zum Bier War er der der den Kalk aus dem Wasserkocher mit hinunter spülte der der wäre er Seefahrer geworden auch auf Kartoffelschalen Mittagsschlaf hielte aber auch der der wusste was Obefräsen waren und wie man damit Fingernägel schnitt oder aus ihnen Papierblumen nur eben nicht aus Papier Für sich er war bescheiden der der Schüttelreime mochte Kreisky den Politiker nicht die Bar Kreisky die Bar nicht den Politiker die Anfänge des HipHop und ihr Ende nicht Ein Weicher wie er sagen würde weißt du was ich meine wie er sagen würde
Du hast da was sagte die Kellnerin aber zu ihm und zeigte auf seine Nase die er einen momentlang für das was hielt mit den Fingern drüber fuhr unschlüssig ob er sie durch seinen Daumen tauschen sollte das kleine Kind das er doch war als was abblätterte das dieses was war Farbe oder Sägespäne oder Fingernägel Vom Kunstwerke Bauen sagte er lachend aber nur vom Bauen schulterzuckend und zeichnete Entwürfe auf Bierdeckel Unlängst die Sechszehnte plauderte er mit der Kellnerin die sich inzwischen am Tresen angelehnt hatte über Korruption Fußball und die Siebzehnte bereits hinterm Ohr Konstantin Grcic Er gestikulierte wild und berührte dabei immer wieder ihre Schulter absichtlich vielleicht auch übergriffig aber eigentlich suchte er nur Berührungspunkte Die auf einer Linie der rote Faden der ihm fehlte hinter den großen grauen Augen sowas wie Wehmut Noch bevor sie endlich kamen und er lachte wie ein kleines Kind im Schluckauf Schrieb schnell auf den Bierdeckel War nett mit dir mit nur einem t

PARTITUR IN D (RESP. WESPISCH)

for: VRDZZRRZ studio walls / ycc (2025)

MOTTEN

2020 – 

REGEN IN ATHEN/ CHI SI RICORDA PIU DAL FUOCO

published in: honich 6 (2024)

I ONLY EAT THE BUTTER AND NOT THE BREAD

for: wgn projects (2024)

DOKUMENT EINER ENTFERNUNG

published in: habe bewurzelte Stecklinge; Hg: Raoul Eisele, El Menges, Edition Lexliszt12 (2023)

PSYCHOPHARMAKA. POPSONGS

published in: miromente (2022)

GIGOLO

published in: Kolik (2019)